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Pressemeldungen - 2018

Entsorgungssicherheit für den Klärschlamm der Kläranlage Langenhagen  

In Niedersachsen gibt es derzeit keine Monoverbrennungsanlage. Um die Entsorgungssicherheit des Klärschlammes für die Zukunft sicher zu stellen, wollen kommunale Stadtentwässerungsbetriebe gemeinsam eine Gesellschaft gründen. Die rein kommunale Gesellschaft hat das Ziel, eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung der Klärschlammverwertung in Verbindung mit der Phosphorrückgewinnung zu verfolgen. Zu den derzeit acht Gründungsmitgliedern gehört der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung Langenhagen.

Über das Vorhaben, eine interkommunale Gesellschaft zum Zwecke der Kooperation auf dem Gebiet der Klärschlammverwertung zu gründen, beraten die Mitglieder des Finanz-, Wirtschafts- und Personalausschuss in der Sitzung am Dienstag, 18. September, um 17.45 im Langenhagener Ratssaal.

Die Stadtentwässerung Langenhagen betreibt eine Kläranlage in einer Größenordnung von 150.000 Einwohnerwerten (EW), in der das Abwasser der Stadt Langenhagen, der Nachbargemeinde Isernhagen und dem Stadtteil Isernhagen-Süd (Stadt Hannover) gereinigt wird. Durch den Reinigungsprozess fallen jährlich ca. 6.400 Tonnen maschinell entwässerter Klärschlamm an, der entsorgt werden muss.

Der Klärschlamm ist grundsätzlich für die Verwendung als Düngemittel in der Landwirtschaft geeignet.

Jedoch hat die neue Düngeverordnung dazu geführt, dass Klärschlamm in der Landwirtschaft nicht mehr in den Mengen eingesetzt werden kann wie bisher. Aus diesem Grund wird der Klärschlamm aus der Kläranlage Langenhagen seit Mai 2018 zu 100 Prozent thermisch durch Mitverbrennung in der Zementindustrie oder in Kohlekraftwerken verwertet.

Über die zukünftige Verwertung des Klärschlamms und den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung sowie die Rückgewinnung von im Klärschlamm enthaltenem Phosphor ist seit Jahren diskutiert worden. Zu diesem Zweck ist am 3.10.2017 die „Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung“ in Kraft getreten. Diese sieht eine erhebliche Einschränkung der bodenbezogenen Verwertung von Klärschlamm vor. Betreiber von Abwasserbehandlungsanlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 100.000 EW müssen spätestens zwölf Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung Maßnahmen zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm oder aus Klärschlammverbrennungsaschen vornehmen. Sowohl die landwirtschaftliche Ausbringung als auch die Verwendung des Klärschlamms im Landschaftsbau sind danach für sie nicht mehr zulässig.

Aufgrund der Festlegung des Verordnungsgebers bleibt auch Langenhagen nur die thermische Verwertung in Monoverbrennungsanlagen und das Phosphorrecycling aus der Asche.
Bis zum 31.12.2023 ist der Eigenbetrieb Stadtentwässerung gesetzlich verpflichtet ein Konzept zur zukünftigen Klärschlammverwertung zu erstellen und vorzulegen.

 

 

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