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GlIEM - Ganz Langenhagen ist ein Museum

Engelbostel - Feuerlöschteich

Über Jahrhunderte bestand für bäuerliche Anwesen große Brandgefahr. Die Häuser und Nebengebäude waren nur mit Stroh gedeckt, außerdem brannte offenes Feuer in der damals Flett genannten offenen Küche, meist ohne Schornstein. Wenn ein Gebäude erst einmal brannte, war kaum Hilfe möglich, denn man hatte nur den Brunnen auf dem Hof als Wasserquelle und hölzerne, später lederne Eimer zum Löschen.

Gliem Engelbostel in einem Kartenausschnitt von 1832

© Quelle: Privat, Hans-Jürgen Jagau, Abb. 1: Auszug aus den Geobasisdaten des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (1832)
Die Brandbekämpfung konnte im 19. Jahrhundert durch zwei Mittel verbessert werden: 1. Feuerspritzen mit Handpumpen und 2. Wasserversorgung durch Feuerlöschteiche. In Engelbostel sollte die erste „Feuersprütze“ 1829 angeschafft werden, was jedoch nicht ohne die auch damals üblichen Auseinandersetzungen wegen der Kosten abging. Feuerlöschteiche waren noch nicht vorhanden, wie die nebenstehende Karte aus dem Jahr 1832 nahelegt.

Man sieht einen kleinen Wasserlauf am südlichen Ortsrand, der nach Nordosten abfließt. Dieses Gewässer - heute längst verschwunden – bildete später den Zulauf für den bis jetzt vorhandenen Feuerlöschteich. Der früheste Nachweis dieses Teiches ist aus der Katasterkarte des Jahres 1872 zu entnehmen. Er wurde dort als dreieckiger „Feuerteich“ mit der Ziffer 177 vermerkt.


Auf späteren Karten sind insgesamt drei Teiche in Engelbostel zu finden. Nur dieser ist übrig. 1888 hatte Engelbostel ein Spritzenhaus, darin „eine Feuerspritze mit 200 Liter Fassungsvermögen, 10 Feuerhaken, 1 Wassertubben, 2 Paar Kufen, 2 Feuerleitern, 100 Fuß Hanfschlauch und 1 Laterne.“ Eimer musste jedes Haus vorhalten.

Die Funktion des Teiches als Wasserreservoir für den Brandfall ist lange überflüssig, denn mit Bau öffentlicher Wasserversorgung für Hannover bekamen auch die nahe der Leitungen gelegenen Orte Hydranten. Man muss also nicht mehr mühsam Wasser aus dem Teich zur Handpumpe schleppen, wenn es brennt.

Er ist inzwischen ein besonderes Biotop in der Ortsmitte.

 

Standort der Tafel

Alt-Engelbostel / Ecke Kirchstraße, 30855 Langenhagen
52.447429, 9.664584
(Stand 2019)

 

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