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Stadtentwicklung & Bürgerbeteiligung

Neugestaltung der Rieselfelder

Der Stadtpark ist die bedeutendste Parkanlage in Langenhagen. Seine Entwicklung ist eng verbunden mit der 1862 eröffneten Heil- & Pflegeanstalt. Die autarke Anstalt verfügte über landwirtschaftliche Flächen, sowie eine eigene Wasserversorgung und Abwasseranlage. Aufgrund des hohen Grundwasserstands war für eine effektive Verrieselung der Abwässer eine Bodenaufschüttung notwendig. So entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts die Rieselfelder und mit ihnen die Stadtparkteiche.

Wie bereits bei der Überplanung des historischen Kernbereichs des Stadtparks diente auch bei der Vorentwurfsplanung der Rieselfelder ein um 1909 erstellter Plan, sowie eine Luftbildaufnahme aus dem Jahr 1944 mit den dargestellten bzw. sichtbaren historischen Strukturen als Orientierung und Leitbild (vgl. DS 2014/331).

Erläuterung des Vorentwurfs zur Neugestaltung der Rieselfelder

Die Struktur und der offene Charakter der Flächen sollen beibehalten werden. Somit gliedert sich der Vorentwurf, in Anlehnung an den Bestand, in vier Bereiche unterteilt durch Wege, Höhenversprünge und Gräben. Verbunden werden sie untereinander, mit dem Stadtpark und der umliegenden Stadt durch neue Wege, die in Ost-West-Richtung, bzw. auf einer Südwest-Nordost-Diagonalen verlaufen.

Planerische Skizze der RieselfelderIm Südlichen Teilabschnitt wird ein vorhandener Weg entlang des Waldes um ca. vierzig Meter nach Norden verlegt. Er soll zukünftig die neu entstehende Waldrandzone begrenzen - ein vielseitiger Lebensraum für Pflanzen- und Tierwelt mit einem hohen ökologischen Wert und einem zusätzlichen Naturerlebniswert für Parkbesucher.
Die Verlegung wird bedingt durch die erhaltenswerten, aber teilweise strukturgeschwächten Bäume am Waldrand. Aufgrund des jetzt direkt angrenzenden Weges und der damit verbundenen Verkehrssicherheitspflicht müssten diese in den nächsten Jahren eingekürzt, oder gefällt werden.

Auf der anderen Seite des neuen Weges befindet sich eine große Wiesenfläche mit einem Areal für freilaufende Hunde und ein „Baum-Garten“ mit 50 neu gepflanzten Bäumen, darunter auch vereinzelte Obstgehölze. Diese setzen, zusammen mit Blühwiesen und einer pflegeextensiven Staudenpflanzung, jahreszeitlich unterschiedliche Farbakzente in diesem Bereich der Rieselfelder.

Den mittleren Abschnitt der Rieselfelder zeichnet ein offener Wiesencharakter aus. Vielfältige, extensive Blühmischungen im Wechsel mit feuchten, bzw. wechselfeuchten Bereichen mit der entsprechenden Flora bilden eine abwechslungsreiche Landschaft, wie sie in Langenhagen sonst selten zu finden ist. Neben dem naturnahen, ästhetischen Aspekt, dienen diese Flächen als Nahrungsquelle für viele Insekten.
Die genannten feuchten bzw. wechselfeuchten Bereiche werden zum einen durch Abgrabungen an mehreren Stellen auf der Fläche geschaffen, zum anderen durch die Aufweitung des vorhandenen Grabens.

Der gesamte Projektbereich wird vom Thema Wasser bestimmt. Diese Thematik wird durch das Schaffen naturnaher Feuchtwiesenbereiche und Retentionsräume noch verstärkt und soll sich ferner in der Gestaltung des Spielplatzes wiederfinden.
Ein zentrales Spielgerät mit einer komplexen und dynamischen Struktur soll zum Klettern, Hangeln, Hüpfen und Balancieren einladen. Die Gestaltung soll sich hierbei, auch durch die Wahl des Materials Holz, in die Landschaft einfügen.

Das nördlichste Rieselfeld hebt sich im wahrsten Sinne des Wortes am stärksten von der Umgebung ab, da es rund einen Meter höher gelegen ist. Der Vorentwurf greift hier die anfangs erwähnten historischen Strukturen auf. Unterschiedlich große Parzellen mit einer individuellen Gestaltung prägen das Erscheinungsbild in diesem Bereich.

Verschiedene sportliche Nutzungen, wie zum Beispiel Fitnessgeräte entlang der Wege, eine Wiesenparzelle mit Fußballtoren zum Kicken, ein Hügelparcour für Mountainbiker oder auch eine befestigte Fläche für Skater und Rollerfahrer sind denkbar.

Anregende Momente erlebt man auf einem Barfußpfad, Entspannung findet man auf Bänken und Liegestühlen mit Blick auf Staudenfelder, Gräserbänder, oder auch Getreideparzellen.

Der Vorentwurf greift die vorhandenen Grundstrukturen des Ortes auf und verbindet sie mit historischen Einflüssen ohne die Flächen komplett zu überformen. Wichtig dabei ist vor allem die Topografie des Geländes mit ihren Höhen und Tiefen, die der Nutzer erläuft, bzw. erfährt und damit die Rieselfelder und ihre Geschichte erlebbar werden.

Zudem sollen Schilder über die Historie, aber auch über andere Themen wie zum Beispiel die Ökologie von Waldrändern, die Bedeutung von Blühwiesen für die Insekten und Tierwelt, usw. informieren.

Erster Bauabschnitt

Im ersten Bauabschnitt soll die Herstellung der Wegediagonalen und die Verlegung des südlichen Weges realisiert werden, sowie eine Staudenbepflanzung im Kreuzungsbereich zwischen den neuen und den vorhandenen Wegen.

Variante 1

Wegediagonale mit Asphalt175.000€
Materialien:
Südlicher Abschnitt:Wassergebundene Wegedecke (aufgrund des Baumbestands)
Nördlicher Abschnitt:Asphalt
Brücke42.000€

Wegverlegung Waldrand
(Wassergebundene Wegedecke)40.000€

Brücke21.000€

Bepflanzung 35.000€

Gesamtkosten313.000€