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Die Stadt

Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger der Stadt Langenhagen


 

August Hölscher: geb. 24.9.1873, gest. 26.2.1949, verliehen Jan. 1931

August Hölscher
© Familie Hölscher 
August Hölscher und Erwin Breimer gründeten 1903 die Norddeutsche Tapetenfabrik Norta in Langenhagen. Die Firma war erfolgreich und expandierte. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde eine Pensions- und Unterstützungskasse gegründet. Hölscher engagierte sich ab 1906 im Gemeindeausschuss und wurde nach 25 Jahren 1931 als Ausschussmitglied, Bürger und Fabrikant geehrt.

 

 

 

 

Wilhelm Hirte: geb. 31.3.1875, gest. 1012.1954, verliehen 31.3.1955

Wilhelm Hirte und seine Frau Ida zogen 1926 von Zellerfeld nach Engelbostel und eröffneten dort ein Lebensmittelgeschäft. Wilhelm  Hirte machte sich mit der Geschichte seiner neuen Heimat vertraut und erarbeitete eine fast 400seitige handschriftliche Chronik (im Stadtarchiv einsehbar) und war maßgeblich an der Organisation der 900 Jahrfeier im Jahr 1950 beteiligt. Außerdem war er Berater und Mitgestalter des Engelbosteler Wappens und Mitbegründer des Engelbosteler Heimatgruppe. Seit 1962 erinnert außerdem die Wilhelm-Hirte-Straße an den verdienten Chronisten.

Zu seinem 80. Geburtstag wurde ihm posthum die Ehrenbürgerschaft verliehen:
„In dankbarer Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste zum Wohle der Gemeinde, insbesondere bei der Schaffung der Dorfchronik, der Gestaltung des Dorfwappens und der rastlosen Pflege des Heimatgedankens…“

 

Ernst Karthäuser: geb. 28.12.1889, gest. 12.8.1960, verliehen 5.7.1958

Ernst Karthäuser und Berta Schneider (die später vorgestellt werden wird) sind gebürtige Langenhagener, die beide am Pferdemarkt aufgewachsen sind.

Als Ernst Karthäuser 1958 geehrt wurde, war er nach A. Hölscher, seinem langjährigen Arbeitgeber, erst der zweite, dem man diese Ehre antrug. Der Mann, der sich seit seinem 17. Lebensjahr bei der freiwillligen Feuerwehr engagierte und nach dem Krieg den Neuanfang organisierte, erhielt als Oberbrandmeister auch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

 

Otto Schwarz:, geb. 2.7.1895, gest. 1.4.1967, verliehen 22.5.1961

Otto Schwarz ist den Langenhagenern seit 1949 bekannt. Zunächst als Kämmerer, dann arbeitete er seit 1950 als Gemeindedirektor intensiv am Aufbau Langenhagens, wichtige Baumaßnahmen und Entscheidungen wurden in seiner Amtszeit getroffen. Seinen Argumenten und seiner Durchsetzungsfähigkeit war es zu verdanken, dass Langenhagen auch gegen den Widerstand aus dem Gemeinderat 1959 Stadt wurde.

Als aufrechter Demokrat hatte Schwarz unter den Nationalsozialisten gelitten, vor einer erneuten Verhaftung flüchtete er 1947 aus Brandenburg (dort war er Abgeordneter im Landesparlament und stellvertretender Finanzminister) in den Westen.

Ein Jahr nach seiner Verabschiedung wurde er mit der Ehrenbürgerschaft geehrt.

 

Karl Schönemann: geb. 28.1.1895, gest. 17.5.1977, verliehen 14.12.1964

Karl Schönemann1928 kam Karl Schönemann nach Langenhagen, um bei der Norta als Tapetendrucker zu arbeiten. Schon ein Jahr später wurde er für die SPD in den Gemeinderat gewählt. Während der Nationalsozialistischen Diktatur wurde er inhaftiert. Nach der Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde er Bürgermeister der Gemeinde. 1946 wurde Schönemann dann Landrat des Landkreises Hannover und blieb dieses er bis 1966.

Schönemann unterstützte den Neuanfang des Niedersächsischen Heimatbundes , war vorsitzender des Niedersächsischen Landkreistages und übernahm viele weitere Ehrenämter. Für dieses außerordentliche Engagement wurde er vielfach geehrt: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Bundesfeuerwehrkreuz, das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens und Ehrenbürger in der Stadt, in der sein gesellschaftspolitisches Engagement begann.

  

August Wagener: geb. 22.2.1899, gest. 29.8.1978, verliehen 1.3.1969

Auch August Wagener erhielt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens. Er war Ehrenmitglied in den unterschiedlichsten Vereinen (z.B. in der Feuerwehr, der Schützengesellschaft, dem SC Langenhagen) und wurde zum 10. Stadtgeburtstag Ehrenbürger.

1935 war die Familie Wagener nach Langenhagen gezogenen und 1945 wurde das langjährige SPD-Mitglied in den Gemeinderat berufen, dem er 23 Jahre angehörte und 1953 zum Bürgermeister gewählt.

 

Alfred Oellerich: geb. 22.11.1902, gest. 24.2.1977, verliehen 7.9.1973

Alfred Oellerich - Ortsbürgermeister Krähenwinkel
© Quelle/Rechte: Stadtarchiv Lgh. 
1973 ehrte Krähenwinkel seinen ehemaligen Bürgermeister. Von 1948 bis 1950  und von 1955 bis 1964 übte Alfred Oellerich dieses Amt aus, bis 1972 war er als Beigeordneter des Gemeinderats tätig.

Als 20jähriger wurde er Mitglied der SPD und schon 1929 kam er in den Gemeinderat. 1933 wurde ihm das Mandat entzogen und er wurde arbeitslos. Oellerich ließ sich aber nicht einschüchtern und versteckte die Unterlagen der Partei und des Arbeitersport- und Gesangvereins. Nach dem Krieg arbeitete er als Drucker bei der Norta.
 

 

 
 

Albert Fichte: geb. 28.4.1894, gest. 10.6.1986, verliehen 28.4.1986

Als 18jähriger war A. Fichte Mitglied der Gewerkschaft und als 26jähriger Mitglied der SPD geworden. Auch Fichte war aus beruflichen Gründen nach Godshorn gekommen und wurde 1929 in den Gemeinderat gewählt. Vier Jahre später verlor er das Mandat, 1946 wurde er in den Gemeinderat berufen, 1948 in den Gemeinderat und als Bürgermeister gewählt. Dieses Amt übte er 20 Jahre aus. Für seine politische Arbeit wurde er - nicht nur - mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und der Ehrenbürgerschaft geehrt, nach ihm wurde die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in Godshorn benannt, so dass sein Name noch immer häufig fällt.

 

Bertha Schneider: geb. 2.1.1915, gest. 9.8.1999, verliehen 6.5.1981

"Der einzige Mann im Rat ist… Bertha Schneider“, so lautet ein von ihr selbst gern erzähltes Bonmot. 1956 wurde sie für die CDU in den Gemeinderat gewählt und 25 Jahre war sie eine streitbare Verfechterin für soziale Anliegen und Haushaltsexpertin. Als stellvertretende Bürgermeisterin war sie 20 Jahre für die Gemeinde Langenhagen ehrenamtlich tätig.

Woran sich Bürgerinnen und Bürger erinnern: an die Rote-Kreuz–Schwester, die sie seit 1936 war. Bertha Schneider kümmerte sich als Vorsitzende des DRK Ortsvereins nach dem Krieg um Flüchtlinge, Familien, den Kinderspielkreis, die Altentagesstätte und die Sozialstation. Darüber hinaus war sie in vielen Vereinen Ehrenmitglied. Bertha Schneider, die eine Ausbildung als Kontoristin hatte und - durchaus untypisch für ein Mitglied ihrer Generation – ihren Beruf auch ausübte, wurde verehrt und vielfach geehrt, so erhielt sie: das Verdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, das Ehrenzeichen des DRK und die goldene Ehrennadel des Landkreises.

 

Marta Korell: geb. 23.9.1898, gest. 30.11.1993, verliehen 23.9.1988

Marta Korell war als junge Frau Mitglied der SPD geworden und gründete 1923 in Misburg einen AWO –Ortsverein, von 1927 bis 1931 war sie Mitglied des Gemeinderats. Als sie 1931 nach Langenhagen zog, gründete sie sofort auch hier einen AWO-Ortsverein. Von 1945 bis 1948 und von 1956 bis 1964 war sie Mitglied des Gemeinderats Langenhagen. Im Kreistag es Landekreises engagierte sie sich als Vorsitzende des Wohnungsausschusses, als Mitglied Jugendwohlfahrts,- Gesundheits- und Sozialausschusses. Sie leitete das Kinderheim „Hohe Warte“  am Deister und war unermüdlich für die Menschen tätig.

Dafür erhielt sie das Verdienstkreuz am Bande, die Ehrennadel des Landkreises, die Marie Juchacz-Plakette, die goldenen Ehrennadel des Landkreises, die Ehrenbürgerschaft Langenhagen und eine Straße im Weiherfeld.

 

Walter Bettges: geb. 7.5.1927, gest. 17.11.1991, verliehen 21.10.1991

Walter BettgesWalter Bettges war Jurist und kam 1962 nach Langenhagen. Er engagierte sich in der SPD und wurde 1969 zum Bürgermeister gewählt, er war Mitglied des Kreistags und gewann das Direktmandat für den Niedersächsischen Landtag. Mit Vehemenz setzte er sich für den Erhalt der Selbständigkeit ein, die Langenhagen bei der Gebiets- und Verwaltungsreform auch hätte verlieren können. Das Stadion des SCL´s trägt seinen Namen, denn auch für den Sport setzte sich W. Bettges ein.

Er erhielt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, und 3 Wochen vor seinem Tod wurde er zum Ehrenbürger Langenhagens ernannt.

 

Josef Billerbeck: geb. 27.1.1918, gest. 6.12.2008, verliehen 21.10.1991

Josef BillerbeckGemeinsam mit Walter Bettges wurde auch Josef Billerbeck die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die Bundesbahn, Arbeitgeber des Bauingenieurs  Billerbeck, hatte die Familie 1956 nach Langenhagen versetzt und schon 1961 wurde er für die CDU in den Rat gewählt, dem er 30 Jahre angehörte. 1981 wurde er Bürgermeister, sein Thema: der Neubau eines Rathauses, den er auch verwirklichen konnte. Geehrt wurde Billerbeck mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold und der Ehrenbürgerschaft. 

 


 

 

Waltraud Krückeberg: geb. 29.5 1931, verliehen 12.9.2002

1966 kam die Familie Krückeberg nach Langenhagen und bereits 1968 wurde Waltraud Krückeberg für die SPD in den Rat gewählt, dem sie 33 Jahre angehörte.


Waltraud Krückeberg erhält den Ring zur Ehrenbürgerurkunde durch Bürgermeister Friedhelm Fischer

1986 wurde sie Bürgermeisterin, ein Amt, das sie 15 Jahre ausfüllte. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war unter anderem der Aufbau von drei neuen Städtepartnerschaften. So ist Waltraud Krückeberg auch „Doppelehrenbürgerin“: von Langenhagen und von Southwark, der Partnerstadt in London.

Neben allem politischen Engagement ist es vor allem der 1968 gegründete Verein „Lebenshilfe für geistig und mehrfach Behinderte in Langenhagen und Umgebung, “ der mit ihrem Namen verbunden ist.

 

Lothar Schuldt: geb. 29.09.1925, gest. 12.01.2014, verliehen am 20.05.2011


Verleihung der Ehrenbürgerurkunde an Lothar Schuldt durch Wolfgang Kuschel
Verleihung der Ehrenbürgerurkunde an Lothar Schuld durch Wolfgang Kuschel

Lothar Schuldt wurde im Mai 2011 für sein Lebenswerk mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Viele Jahrzehnte war Lothar Schuldt Vorsitzender des Ortsverbandes Langenhagen im Sozialverband Deutschland (SoVD), dem früheren Reichsbund. Von 1965 bis ins Jahr 2008 engagierte er sich in dieser Funktion in vielfältiger Weise für die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, war darüber hinaus auch im Landes- und Bundesverband des SoVD aktiv. Im Jahr 2008 wurde Lothar Schuldt Ehrenvorsitzender des SoVD Langenhagen und war bis zu seinem Tod ein wichtiger Ansprechpartner für die Menschen in Langenhagen.

Auf kommunalpolitischer Ebene engagierte sich Lothar Schuldt über viele Jahre hinweg. Von 1968 bis 1991 war er Ratsherr der Stadt Langenhagen und hat sich als Vorsitzender des Sozialausschusses besonders für den Bau von Kindergärten, Spielplätzen, den sozialen Wohnungsbau und für Seniorenbegegnungsstätten sowie als Kriegsversehrter für barrierefreie Zugänge eingesetzt. Während einer Wahlperiode war er zusätzlich Mitglied des Kreistages des damaligen Landkreises Hannover.

Lothar Schuldt war Träger des Bundesverdienstkreuzes und trug sich im September 2010 in das Goldene Buch der Stadt Langenhagen ein.

 

 

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Autor: Heike Brück-Winkelmann