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Stadtgeschichte

Langenhagen im Wandel der Zeit

Die Geschichte der noch recht jungen Stadt Langenhagen - ihr wurde erst am 1. März 1959 die Bezeichnung Stadt verliehen - ist die eines Ortes, der bis 1900 vorwiegend dörflichen Charakter hatte und sich besonders in den letzten Jahrzehnten sowohl zu einem blühenden städtischen Gemeinwesen mit einem hohen Wohnwert als auch zu einem bevorzugten Gewerbe- und Industriestandort entwickelt hat. Dennoch haben sich die außengelegenen Ortsteile ihre ländliche Beschaulichkeit bewahrt.

Der Raum, in dem Langenhagen liegt, dürfte schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt gewesen sein. Archäologische Funde weisen mit Sicherheit auf eine Besiedlung seit der mittleren Steinzeit, also 4000 bis 5000 Jahre vor der Zeitrechnung hin. Die bisher älteste bekannte schriftliche Erwähnung Langenhagens stammt von 1312.

Die Gründung Langenhagens erfolgte jedoch schon zwischen 1196 und 1248 durch die Grafen von Rohden unter dem Namen Nienhagen. Im 14. Jahrhundert wurde Nienhagen Sitz der Vogtei , aus der sich das bis 1859 bestehende "Amt Langenhagen" entwickelte, das auch Teilgebiete der heutigen Städte Hannover und Garbsen umfaßte.
500 Jahre lang war es als zentraler Verwaltungs- und Gerichtssitz für den Raum nördlich Hannovers bestimmend. Im 17. und 18. Jahrhundert war Langenhagen mit etwas über 300 Einwohnern ein wohlhabendes Dorf, dessen Haupterwerbszweige Pferde- und Torfhandel waren.

1866 bis 1868 wirkte im Dorf der berühmte Bakteriologe Dr. Robert Koch an der Landesheil- und Pflegeanstalt (heute Nervenklinik) sowie als Landarzt.
Die industrielle Aufwärtsentwicklung Langenhagens begann mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hannover - Visselhövede 1890 und dem Bau des Brinker Hafens am Mittellandkanal im Jahr 1916.
1938 war Langenhagen durch Zusammenschluß mit der Nachbargemeinde Brink zu einem wirtschaftlich starken Gemeinwesen geworden, das jedoch in den Jahren 1940 bis 1945 zu 65 Prozent zerstört wurde. Eine rege Bautätigkeit nach dem Krieg beseitigte die schweren Schäden schnell und schuf darüber hinaus völlig neue Wohngebiete.

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform konnte 1974 die Selbständigkeit der Stadt erhalten werden. Sie wurde mit den Gemeinden Engelbostel, Godshorn, Kaltenweide, Krähenwinkel und Schulenburg - diese als Ortsteile mit Ortschaftsverfassung - zu einer neuen Stadt auf 72 qkm zusammengeschlossen. Mit der Bildung der Region Hannover erhielt Langenhagen zum 01.11.2001 den Status einer selbständigen Stadt.

Geschichte im Überblick

Langenhagen heute

Langenhagen ist heute nicht nur Wohnort für rund 53 000 Menschen , sondern bietet seinen Bürgern und den Umlandbewohnern auch vielfältige Einrichtungen, die Langenhagen als Schwerpunkt im Großraum Hannover ausweisen.

Die Ausstattung auf dem Bildungssektor darf als vorbildlich gelten: neben Grundschulen, Hauptschulen, Orientierungsstufen, Realschule, Integrierter Gesamtschule und Gymnasium gibt es Sonderschulen für Lernbehinderte und Sprachbehinderte sowie Einrichtungen der Lebenshilfe für geistig behinderte Kinder. Die Kindergarten- und Kinderhortplätze decken den vorhandenen Bedarf.

Trotz der Nachbarschaft zu Hannover konnte Langenhagen ein lebhaftes kulturelles Eigenleben auf den verschiedensten Gebieten entwickeln. Besonders hervorzuheben sind die Volkshochschule, die Musikschule, das durch Gastspielreisen in der ganzen Welt bekannt gewordene Blasorchester der Stadt sowie die "Mimuse", das größte Kleinkunstfestival Norddeutschlands.

Den kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Stadt bildet das Stadtzentrum mit dem Kulturtreff "daunstärs", Post, Europamarkthalle, Einkaufszentrum, Geschäftspassage und Wochenmarkt, Restaurants, Hotels, zahlreichen Arztpraxen sowie Arbeitsamt, Polizei und Sozialstation. 1999 wurde das Stadthaus, in dem unter anderem vier Kinos, die neue Stadtbibliothek und ein Veranstaltungssaal zu finden sind, eröffnet. Mit dem Erweiterungsbau des City-Centers-Langenhagen, das im Frühjahr 2012 fertig gestellt wurde, haben nicht nur die Langenhagenerinnen und Langenhagener ein attraktives Angebot an mehr als 120 Fachgeschäften aus den Bereichen Textil, Unterhaltungselektronik, Lebensmittel und Gastronomie.

Die Stadtbibliothek hat derzeit einen Bestand von rund 76 000 Medieneinheiten (davon 12 000 Medieneinheiten für Kinder), bestehend aus Büchern, Literaturkassetten, CD's, Zeitschriften CD-Rom's, DVD's Bildern und Spielen. Sie verfügt außerdem über eine Ortsteilbücherei in Krähenwinkel.

Auch das Rathaus liegt zentral im Stadtzentrum. Neben seiner Aufgabe, "kommunaler Dienstleistungsbetrieb" zu sein, ist das Rathaus auch Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher, weil es auch als Ort zahlreicher Ausstellungen dient.

Von der Stadtmitte aus sind zahlreiche öffentliche Einrichtungen, Sportanlagen, Grünanlagen, der Stadtpark sowie auch die Pferderennbahn "Neue Bult", die einzige Galopprennbahn in weitem Umkreis, auf der auch hochdotierte und international besetzte Rennen gestartet werden, auf angenehmen Wegen zu Fuß erreichbar.

Seit Ende 1985 ist das Haus der Jugend und des Sports ein zentraler Treffpunkt für die Jugendlichen Langenhagens.

In der Stadt befinden sich ein Sport-, Freizeit- und Familienbad (WASSERWELT LANGENHAGEN), das im Herbst 2017 in Betrieb gegangen ist sowie zwei Strandbäder und eine große Anzahl von Sportplätzen verschiedenster Art, u.a. ein Golfplatz und eine Poloanlage.

Die Erholungsflächen in der Stadt wurden in den letzten Jahren wesentlich erweitert. Der Stadtpark "In den Heestern" sowie der Brinker Park sind wichtige Bestandteile des harmonischen Stadtbildes. Der Ausbau und die Verbesserung weiterer Erholungsgebiete und Grünflächen sind geplant.

Erstmals nach 1937 befuhr Ende April 1988 wieder eine Stadtbahn Langenhagener Stadtgebiet. Seit September 1991 fährt die Stadtbahn in das Stadtzentrum. Damit hat Langenhagen nicht nur in ein schnelles und umweltfreundliches Verkehrssystem , sondern ist auch optimal in das Verkehrsnetz des Großraumes Hannover eingebunden. Auch eine zentrale Umsteigeanlage zwischen der Stadtbahn und den Buslinien, die Langenhagen und seine Umgebung erschließen, gibt es in der Stadtmitte. Seit dem Sommer 2000 verfügt Langenhagen außerdem über vier Bahnhöfe an der neuen S-Bahnlinie, die vom Flughafen über Langenhagen-Mitte und den Hauptbahnhof Hannover zum Messegelände weiter in die Region führt.

Für die wirtschaftliche Entwicklung war und ist die Lage im Verkehrsnetz von entscheidender Bedeutung. So ist der internationale Verkehrsflughafen Hannover-Langenhagen ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für das Land Niedersachsen und den attraktiven Standort Langenhagen. Eine Steigerung der Kapazitäten und der Leistungsfähigkeit wurde durch den Bau des dritten Flughafenterminals sowie der Schienenanbindung an das Netz der Deutschen Bahn AG mit der direkten S-Bahnverbindung Flughafen-Messegelände erreicht.

Eigene Autobahnanschlüsse in Richtung Hamburg/Bremen, Dortmund und Berlin (A2 und A352) sowie an die nur wenige Kilometer entfernte Autobahn A 7 in Richtung Süden verdeutlichen die günstige Verkehrslage der Stadt.

Die Deutsche Bahn AG mit Bahnhof und Ladestraße sowie ein Hafen am Mittellandkanal an der südlichen Stadtgrenze dienen ebenfalls dem Gewerbe und der Industrie; auch der neue Fern- und S-Bahnhof Langenhagen-Mitte ist für die Stadt von herausragender Bedeutung.

In diesem Zusammenhang sei auf die beispielhafte Entwicklung des Gewerbegebietes Godshorn hingewiesen. Mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen sind bis heute ca. 100 ha Ansiedlungsfläche in erstklassiger Verkehrslage erschlossen worden. Bedeutende Unternehmen haben sich bereits an diesem exklusiven Standort angesiedelt; weitere Unternehmen werden hier langfristig investieren. Ein weiteres vorbildliches Gewerbegebiet ist der Gewerbepark Rehkamp . Hierfür wurde sogar ein direkter Anschluß an die Autobahn geschaffen.

Auch größere städtebauliche Entwicklungen sind in Langenhagen noch möglich. So entsteht nördlich von Kaltenweide seit 1998 das Wohngebiet "Weiherfeld" , in dem 2.600 neue Wohnungen und Eigenheime geplant sind. Bereits Ende 1999 zogen hier die ersten Anwohner ein. In den nächsten Jahren soll der neue Stadtteil endgültig fertig sein, in dem dann etwa 7000 Menschen wohnen werden. Daneben bietet die Stadt Langenhagen in attraktiven Wohnlagen laufend Baugrundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäuser an.

 

 

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