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LANGENHAGEN AKTUELL

»Grauenhafte Feuertaufe« hat sich allen Beteiligten tief ins Gedächtnis eingegraben 28.09.2019

Zeitzeuge und Stadtvertreter gedachten am 27. September den 1943 gefallenen Luftwaffenhelfer und Flaksoldaten

Gedenken gemeinsam den am 27. September 1943 verstorbenen Luftwaffenhelfern und Flak-Soldaten (v. l.): Fredy Krause, Bernhard Döhner und Rolf Zick.

Eine kleine Gruppe traf sich am 27. September am Gedenkstein auf dem Gelände der Pferderennbahn in Langenhagen. Ihr Ansinnen: Sich der 13 Luftwaffenhelfer im Alter von 16 und 17 Jahren sowie der elf Soldaten zu erinnern, die vor genau 76 Jahren bei einem Bombenangriff britischer Flieger an der Flak-Stellung südlich des Reuterdamms ums Leben gekommen waren. „Es war die erste grauenhafte Feuertaufe, die unseren Luftwaffenhelfer auferlegt wurde. Allen damals Beteiligten hat sie sich tief ins Gedächtnis eingegraben“, berichtete Rolf Zick. Damals als 22-jähriger Leutnant hatte er in Langenhagen eine neue Flak-Batterie mit aufgestellt. „Weil wir noch keine Geschütze und Geräte hatten, hießen wir 'Personalbatterie Nord'.“

Der heute 98-jährige Zick ist einer der letzten Zeitzeugen. Kürzlich verstarb der letzte, in der Langenhagener Flak-Stellung eingesetzte Luftwaffenhelfer: Dr. Hans-Erich Arndt. „Jahrelang war er der Initiator dieser Gedenkfeier hier in Langenhagen. Er war es, der immer wieder daran erinnerte, das tragische Schicksal seiner Kameraden und ihrer Angehörigen nie zu vergessen.“

Überlebende dieses Tages haben in ihren Tagebücher berichtet, wie sie am 27. September 1943 die Bombardierung der Flak-Stellung erlebt hatten. Wer das heute lese, „ist in seiner Vorstellungskraft völlig überfordert“, sagte Bernhard Döhner. Der stellvertretende Bürgermeister Langenhagens wuchs am Reuterdamm auf. Die Kriegsruine und der danebenliegende Soldatenfriedhof sei damals einer der Anziehungspunkte seiner Clique gewesen. „Doch was sich zirka zehn Jahre zuvor dort abgespielt hatte, wusste sicherlich kaum einer von uns. Denn weder in den Elternhäusern noch in der Schule wurde das Thema 'Krieg' angesprochen, geschweige denn aufgearbeitet.“

Das Geschehene zu thematisieren und so vor dem Vergessen zu bewahren, dafür engagiert sich Zick. Der 98-Jährige berichtet Schulklassen und anderen Interessierten von seinem Erlebnissen. „Wir, die letzten Zeitzeugen, die den letzten Weltkrieg mit all seinem Grauen am eigenen Leibe zu spüren bekommen haben“, seien zum Gedenken in Langenhagen zusammengekommen, „um der Öffentlichkeit zu sagen, dass der Krieg, jeder Krieg, ein riesiger Irrsinn ist und dass es sich lohnt, für den Frieden zu streiten, für einen Frieden, wie wir ihn seit nunmehr über 70 Jahren glücklicherweise haben.“